Maßnahmen im Schwerpunkt Stärkung der organisierten Roma Zivilgesellschaft

Die Stärkung der organisierten Roma Zivilgesellschaft soll durch die Professionalisierung der Ausbildung zu Roma Beratungs-Schlüsselkräften (MultiplikatorInnen) ebenso erreicht werden wie durch (Weiter)Qualifizierungsmaßnahmen für junge Roma AktivistInnen. Einen wesentlichen Beitrag kann in diesem Zusammenhang auch eine aktive, identitätsfördernde Erinnerungspolitik auf nationaler und internationaler Ebene leisten.

Maßnahmen:

  • berufsbegleitenden Lehrgang „Roma Empowerment“ anbieten

  • (junge) zivilgesellschaftliche Roma-AkteurInnen im Bereich Training und Informationsvermittlung aus- und weiterbilden

  • (junge) Roma und Romnja zur Abhaltung von Seminaren an Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Schulen, Pädagogischen Hochschulen etc. qualifizieren

  • für die Schaffung von adäquaten Stätten der Erinnerung an den Genozid der europäischen Roma einsetzen

 

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Kommentare (9)

Gilda Horvath

27.11.2016 17:41

Kommentar zu „II Schwerpunktsetzungen zur Roma Inklusion bis 2020“
Punkt 3. Stärkung der Roma Zivilgesellschaft

Der Berufsbegleitende Lehrgang „Roma Empowerment“ sollte weniger als Lehrgang und mehr als Coaching gesehen und implementiert werden. Das dieser Lehrgang an eine Berufstätigkeit geknüpft ist widerspricht den Gegebenheiten in der Realität denn: Gerade jene Menschen die KEINEN Job haben benötigen Coaching bzw. Mentoring um Wege aus ihrer Situation zu finden.

(junge) Roma-AkteurInnen im Bereich Training und Informationsvemittlung weiterzubilden ist ein positiver Ansatz und sollte progressiv unterstützt werden.

Die Ausbildung zu professionellen Trainern sollte allerdings im ersten Level auch die Zielgruppe bereits älterer und erfahrener Menschen berücksichtigen. Hier würde die Expertise die jene Menschen haben endlich in Form einer Qualifizierung anerkannt werden was es ihnen widerum ermöglicht ihr angesammeltes Wissen in professioneller Form an die jüngere Generation weiter zu geben. Gleichzeitig würde man so auch einen Pool aktiver Role-Models schaffen.

Der thematische Fokus der Maßnahmen im Bereich der Seminare an Einrichtungen ist nicht weiter definiert – sollte es aber sein. Es gibt bereits erprobte und erfolgreiche Ansätze in der Abhaltung von Seminaren verschiedener Art von der Roma-Community. Diese Ansätze/Modelle sollten Beachtung finden; die über Jahre gesammelten Erfahrungswerte (THARA, Romano Centro und weitere) mit diversen didaktischen Ansätzen, Themenfoki und Zielgruppen sollten Grundlage aller weiterer Konzeptionen im Bereich „Seminare“ sein.

Im Bereich der Memorial Culture/Gedenkarbeit sollte zunehmend ein Fokus zum Thema „Wissenstransfer“ gesetzt werden. Ohne Frage ist die Schaffung und Erhaltung von Gedenkstätten ein wichtiges und richtiges Anliegen.
Es ist es angesichts der Tatsache, dass es immer weniger aktive ZeitzeugInnen gibt um ihr Wissen zu vermitteln genauso wichtig, dass aktiv daran gearbeitet wird Wissen und Dokumente von/mit ZeitzeugInnen für die Nachwelt zu sichern. Zusätzlich sollten diese Dokumente durch Digitalisierung und Übersetzung (Englisch und Romanes) für eine bessere Verbreitung und Verwendbarkeit aufbereitet werden.

Zudem sollte der verstärkte Austausch innerhalb der Roma Community bezüglich der traumatischen Auswirkungen des Holocaust auf die Folgegenerationen, gestärkt werden. Hier gibt es sehr erfolgreiche Projekte die zeigen, dass der aktive „interne“ Austausch eine sehr effektive Methode der Reflexion und Verarbeitung für Betroffene darstellt und somit sehr zur Stärkung der Identität beiträgt.

Verein KARIKA

27.11.2016 17:13

Wichtig ist es mehr Fördermitteln zu Verfügung zu stellen, um Roma-AktivistInnen Auszubilden oder Fortbildungen zu ermöglichen
um die Zivilgesellschaft zu stärken.
Nur ein Beispiel wie die Stärkung der Zivilgesellschaft in Zukunft funktionieren könnte.
Wir der Verein KARIKA haben gemeinsam mit dem Bildungsträger Blickpunkt Identität diese Jahr 8 Junge Leute aus der Roma Community (Burgenland/Oberwart) im Bereich "Training, Beratung und Selbst Organisiertes Lernen" ausgebildet.

Romano Centro

21.11.2016 10:41

Roma und Sinti sollten in den Stadt- und Ortsbildern vorkommen: Straßen, Plätze und Parks sollten nach wichtigen Persönlichkeiten benannt werden. Es sollte mehr öffentliche Kulturveranstaltungen geben. ,

Roma sollten im ORF einen eigenen Sendeplatz erhalten, zumindest im Burgenland und in Wien.

Romano Centro

21.11.2016 10:40

Fortbildungen für Akteure der Roma-Organisationen: Fortbildungskosten sind in der Volksgruppenförderung nicht förderfähig, das widerspricht dem Ziel, die Zivilgesellschaft zu stärken. Es sollten mehr Mittel zur Verfügung stehen, um Roma-AktivistInnen Fortbildungen ermöglichen zu können.
Eine stärkere Zivilgesellschaft benötigt mehr (bezahltes) Personal, das kostet mehr Geld. Deshalb muss es für die Organisationen auch mehr Förderungen geben, wenn sie gestärkt werden sollen.

Romano Centro

21.11.2016 10:36

Ergänzungen zu "für die Schaffung von adäquaten Stätten der Erinnerung an den Genozid der europäischen Roma einsetzen"

Gedenkort für den Völkermord an den österreichischen und europäischen Roma, Sinti und Jenischen an einem zentralen Ort in Wien: Ort der Erinnerung und Information für BesucherInnen

Anerkennung des 2. August aus Gedenktag an den Völkermord an den Europäischen Roma und Sinti.

Romano Centro

28.11.2016 18:47

Ergänzung: Historische Forschung zu bisher wenig oder nicht erforschten Teilen der Geschichte des Völkermordes an den österreichischen Roma und Sinti

Walter Wolf

13.10.2016 11:18

Darüber hinaus braucht es für die angestrebte Professionalisierung der Roma Zivilgesellschaft auch die gezielte Unterstützung für Roma Vereine im Bereich Organisation und Öffentlichkeitsarbeit, inklusive geeigneter Schulungsmaßnahmen.

Verein KARIKA

27.11.2016 16:58

Wir Roma Vereine sind im Bereich Organisation und Öffentlichkeitsarbeit im 21. Jahrhundert sehr gut geschult.
Wir brauchen nur die notwendigen Fördermitteln um eine stärkere Zivilgesellschaft zu schaffen.

Walter Wolf

13.10.2016 11:09

Um dem Ziel von Roma Dachorganisationen näher zu kommen bedarf es geeigneter finanzieller (und möglicherweise auch organisatorischer) Unterstützung.